Studie zu IT-Investitionen und ihre Interpretation in Südthüringen

„Viel Lärm um Server-Service“ titelte am 14.07.2012 das Freie Wort und berichtete über eine aktuelle Studie, die von der Softwarefirma Sage in Auftrag gegeben wurde. Anlass für die Berichterstettung war der Absturz der Region Suhl um 20 Plätze auf  jetzt Platz 80 (von 87) im Ranking der Regionen.  Alles nicht so schlimm, sagt Frau Ines Großgebauer von der Wirtschaftsförderung der Stadt Suhl, die Unternehmen hätten in den vergangenen Jahren viel investiert und pausieren jetzt erstmal. Der stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen, Herr Kersten Mey, sieht das vergleichsweise niedrige Lohnniveau in der IT-Firmen der Region als Ursache für die geringeren Investitionen in die ITK-Infrastruktur und ihre Wartung.  Mit diesen Botschaften könnten wir uns eigentlich beruhigt zurücklehnen und die Studie  abheften.

Als jemand, der seit 13 Jahren in der IT-Brache arbeitet und besonders kleinen Mittelständlern Technik und Dienstleistungen anbietet, weiß ich, die Lage in den Unternehmen ist weit dramatischer, als sie die Zahlen der Studie glauben machen. Die Aussagen der Vertreter der Stadt und der IHK sind nicht von tiefer Kenntnis der betrieblichen Wirklichkeit geprägt. Dazu würde zuallererst der Blick in die eigenen IT-Budgets genügen, denn ich kenne keine Zahl aus dem Haushalt der Stadt Suhl, die eine jährliche Ausgabe von über einer Million € (1.817 € x ca 600 Beschäftigte) ansatzweise widerspiegelt. Auch die IHK könnte die Situatuon besser kennen, erstellt sie doch noch Prüfungsaufgaben für MS WORD 2003 mit der Begründung, die Unternehmen sind mit ihren Versionsupdates noch nicht so weit.

Ich wage eine These, welche die Situation in der Region beschreibt und auch einen Lösungsansatz bietet.  Kaum ein Unternehmen kommt mit ihren jährlichen Budget an die postulierten 1.817 € pro Mitarbeiter auch nur ansatzweise heran. Das liegt vordergründig an der Tatsache, das die Unternehmen (vor allem bis ca. 50 MA) nicht genügend Geld verdienen, was wiederum an der vergleichsweise geringen Effizienz liegt. Diese fehlende Wettbewerbsfähigkeit resultiert größtenteils aus den unzureichenden  IT-Strategien und deren Implementierung, der fehlenden Ausstattung an moderner Hardware und aktueller Software. Ein scheinbarer Teufelskreis, aus dem das Entrinnen schier unmöglich erscheint.

Und doch ist es möglich, wenn man nicht weiter auf die falschen förderpolitischen Akzente setzen würde. Gerade von einer städtischen Wirtschaftsförderung in Suhl und einer IHK erwarte ich diesbezüglich mehr Wissen um diese Prozesse und ein engagiertes Auftreten in der Politik, damit es endlich innovations- und effizienzfördernde Förderprogramme gibt. Denn bis heute sind in fast allen Förderprogrammen in jeder Ebenen die Produkte Software, IT-Hardware und IT-Dienstleistungen explizit ausgeschlossen. Dagegen werden Gebäude und Maschinen weiterhin großzügig bezuschusst und damit indirekt die Region in ihrer Position als „verlängerte Werkbank“ der OEM´s „gestärkt“.

Es gilt also gemeinsam mehr „Lärm“ um das Thema  zu machen, die Unternehmen zu senibilisieren, neue Technologien (z. B. Virtualisierung) mehr in den Focus zu rücken und konkrete Lösungsmöglichkeiten (z. B. Leasing für Hard- und Software) aufzuzeigen.

Artikel von Freies Wort: http://www.insuedthueringen.de/lokal/suhl_zellamehlis/suhl/Viel-Laerm-um-Server-Service;art83456,2057278

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